When it rains five days and the sky turns dark as night,
when it rains five days and the sky turns dark as night,
There´s trouble takin' place in the lowlands at night.

I got up one mornin', I couldn't get out my door,
I got up one mornin', I couldn't get out my door,
That was really enough trouble to make a poor man wonder why and where to go.

And I waited, I stood upon a high old lonesome hill,
Lord, I waited, I stood upon a high old lonesome hill,
And all I could do was look down on the house where I used to live.

Lord, it´s thunderin' an' lightnin', and the wind begins to blow,
Lord, it´s thunderin' an' lightnin', and the wind begins to blow,
Lord, at that time fourthousand-million people have no place to go.

 

An diesem für den Blues typischen Textbeispiel lassen sich mehrere Dinge erkennen. Zunächst die typische Form einer Bluesstrophe, bei der die ersten beiden Zeilen wiederholt werden, bevor die letzte Zeile den Gedanken weiterführt bzw. ihm eine neue Wendung gibt. Darstellen lässt sich diese Form als A A B, oder, wenn die zweite Zeile etwas abweicht, als A A´ B. Da die Bluessängerinnen und Sänger ihre Texte oft improvisiert haben, gab ihnen die Wiederholung der ersten Zeile etwas mehr Zeit, sich während des Singens die dritte Zeile im Kopf zurechtzulegen. Hier lässt sich auch das aus Worksong und Gospel bekannte Gesangsprinzip call & response (Wechselgesang) erkennen, das im Blues allerdings von einem Sänger oder einer Sängerin vorgetragen wird; der Strophenteil A ist der Call (Ruf) und B ist die Antwort. Der Inhalt von Bluesstücken beschreibt Erlebnisse aus dem Leben der Musikerinnen oder Musiker, gute Erlebnisse und auch schlechte Erfahrungen. Hier im Backwater Blues wird ein tagelanges Unwetter beschrieben (1927 trat der Mississippi im Delta über die Ufer), das für die ärmeren Leute, die nicht uphill, sondern in den Tiefebenen in einfachen Hütten wohnten, eine Katastrophe bedeutete. Sie verloren ihr Dach über dem Kopf und ihre wenigen Habseligkeiten und wussten nicht mehr weiter. Bluessänger waren oft unterwegs, und so übernahmen ihre Lieder auch die Funktion, Leuten, die weder lesen noch schreiben konnten - und allen anderen auch -, die Neuigkeiten aus der Umgegend zu vermitteln.

John Lennon (1940-1980) bezeichnete seinen Song Imagine (1971) als antireligiös, antinationalistisch und antikapitalistisch; doch die musikalisch zuckersüße Verpackung habe dazu beigetragen, dass der Song akzeptiert wurde. Imagine wurde sofort zu einem der populärsten und höchstgeschätzen Songs der bisherigen Pop- und Rockmusikgeschichte und ist offensichtlich weiterhin hochaktuell. Angeblich hat John Lennon den Text während eines Fluges auf eine Hotelrechnung geschrieben:

Imagine there's no Heaven
It's easy if you try
No Hell below us
Above us only sky

Imagine all the people
Living for today

Imagine there's no countries
It isn't hard to do
Nothing to kill or die for
And no religion too

Imagine all the people
Living life in peace

You may say I am a dreamer
But I'm not the only one
I hope someday you'll join us
And the world will be as one

Imagine no possessions
I wonder if you can
No need for greed or hunger
A brotherhood of man

Imagine all the people
Sharing all the world

You may say I am a dreamer
But I'm not the only one
I hope someday you'll join us
And the world will be as one

(John Lennon, 1971)

Der Kulturbegriff des philosophischen Idealismus (18./19. Jh.) bestimmt Kulturen durch Einheitlichkeit der Lebensformen, ethnische Fundierung (territorial und sprachlich), Separierung nach außen. Die neueren Konzepte der Multi- und Interkulturalität setzen sich vergleichend mit anderen Kulturen auseinander, fördern Verständnis und Toleranz, basieren jedoch auf der traditionellen Kulturvorstellung. Das Konzept der Transkulturalität (Wolfgang Welsch) erkennt und versteht heutige, moderne Kulturen (besonders der westlichen Welt) als miteinander vernetzt und gegenseitig durchdrungen. Dies gilt sowohl auf der Makroebene für Gesellschaften, als auch auf der Mikroebene für Individuen.

Der gegenwärtige Pluralismus der Stile in musikalischen Ausdrucksformen wie beispielsweise Jazz, Rock und Pop, wo keine klare Abgrenzung mehr möglich ist, ist transkulturell und spiegelt die entsprechende Verfasstheit der Gesellschaft und individuellen Lebensweisen. Kritisch zu betrachten ist hierbei die systembedingte Uniformierung der Ware Musik durch die kapitalistisch operierende Musikindustrie, die den Vermischungsprozess jedoch nicht aufhalten kann, sondern mitunter sogar befördert.

In unterschiedlichen Musikstilen gibt es unterschiedliche Gesangsstile. Beim >klassischen< Gesangsstil, der überwiegend an Hochschulen gelehrt wird und mit viel stimmbildnerischer Technik einhergeht, werden die Vokale im hinteren Mundraum gebildet, wodurch eine starke Anreicherung mit Obertönen und ein kopfiger Klang entsteht. Oftmals werden die Töne mit einem - inzwischen unzeitgemäßen und übertriebenen - Vibrato versehen.

Beim Jazz- und Popgesang werden die Vokale weiter vorne im Mund erzeugt, was dem Sprechen oder Rufen ähnlicher ist, und anstelle des kopfigen Klanges wird mehr mit der Bruststimme gearbeitet. Töne werden bisweilen von unten angesungen und wenn überhaupt mit kleinem Vibrato versehen. Diese Merkmale beschreiben auch das so genannte Belting (Schmettern), das mit der Rufstimme arbeitet. Eine leisere Art des Singens, die ohne Mikrophonverstärkung nicht auskommt, wird Crooning genannt.
Im Jazz- und Popgesang kommt es möglicherweise mehr auf einen individuellen Klang/Sound der Stimme an.

Die Möglichkeiten, sich in Jazz-, Rock- und Popgesang ausbilden zu lassen, werden nachgerade mehr, sind jedoch an staatlichen Hochschulen immer noch sehr rar. Dies mag an kulturpolitischen Machtstrukturen mit Hochkulturdünkel liegen, die sich mit dem Nachrücken vielseitiger und auch in anderer als so genannter klassischer Musik kompetenter Lehrkräfte mit der Zeit weiter verändern werden. Es gibt inzwischen jedoch zahlreiche private >Schools< und Sängerinnen und Sänger, die aus musikalischer Praxis im Jazz-, Rock- und Popbereich erworbenes Wissen weitervermitteln. Learning by doing ist auf jeden Fall ein gutes Konzept.

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