Wolf Burbat. Die Harmonik des Jazz.
Handbuch der Musik im 20. Jahrhundert. Band 9: Jazz
Frank Sikora. Neue Jazz-Harmonielehre.
Reclams Jazzführer.
Axel Jungbluth. Jazz Harmonielehre.
Axel Jungbluth. Praxis Jazz Harmonisation.
Peter Herborn. Jazz Arrangement.
Ekkehard Jost. Sozialgeschichte des Jazz.
Darmstädter Beiträge zur Jazzforschung. (Diverse Bände)
Miles Davis. Die Autobiographie
Wicke/Ziegenrücker. Handbuch der populären Musik.

The Real Books. (Lead sheets von Jazz Standards)

Swingende Musik findet sich in verschiedenen Musikrichtungen, besonders im Jazz, aber auch in mancher Rockmusik. Das swingende Moment ist ein rhythmisches Phänomen, von dem angenommen wird, dass es durch das Aufeinandertreffen von europäischer, metrisch orientierter und afrikanischer, offbeat-phrasierter Musik (wohl zunächst in den USA) entstanden ist. Musik, die swingt, zeigt folgende Merkmale:
Backbeat - die Betonung der Zählzeiten 2 und 4 (im Viervierteltakt), die in der europäischen Musiktradition ursprünglich die leichten, unbetonten Zählzeiten sind.
Shuffle-Rhythmus - ternärer Rhythmus, bei dem die Achtelnoten nicht binär, als zwei gleichmäßige Schläge interpretiert werden, sondern in der Art, dass die erste Achtelnote länger dauert als die zweite, welche entsprechend kürzer gespielt oder gesungen wird. Dies könnte in Notation so dargestellt werden, dass Viertelnoten ternär, in drei Achtelnoten unterteilt werden - also etwa triolisch -, wobei die ersten beiden Achtelnoten zu einem Schlag zusammengebunden werden.
Offbeat-Phrasierung - die Betonung der zwischen den Beats liegenden Schläge, der oben erwähnten >kürzeren< Achtelnoten, die den Beat vorwegnehmen und auch übergebunden auftreten. (Um einen europäischen Begriff zu verwenden, könnte man zur Erklärung von synkopiertem Rhythmus sprechen.)
Doch das Swingende Element ist kein theoretisches Phänomen, sondern ein praktisches, eher eine Form impliziten Wissens, das sich nicht wirklich erklären, sondern nur demonstrieren lässt. "It don´t mean a thing if it ain´t got that swing" komponierte Duke Ellington, denn entweder Musik und Musiker haben "swing" oder eben nicht.

Der These, Improvisation sei Stehgreifkomposition und damit die schnellste Art des Tönesetzens, hat der Komponist Wolfgang Rihm widersprochen und im Gegenzug das Komponieren die langsamste Form der Improvisation genannt. In Mozart und Debussy beispielsweise sieht er Komponisten, die in ihren Werken Improvisation als Prinzip komponiert hätten.

Improvisation ist ein integrierender Bestandteil des Jazz und bedingt seine Spontaneität, Intensität, Vitalität und Individualität.

Derzeit werden folgende gängige Improvisationstechniken oder -typen unterschieden:

paraphrasierende Improvisation
- verzierendes Variieren eines Themas, das in seiner Melodik, zumindest in charakteristischen Wendungen, erkennbar bleibt
- früher Jazz (Kollektivimprovisation), Swing, Jazzrock, Balladen

formelgestützte Improvisation
- im Jazz besonders häufig vertreten
- Musiker schöpfen aus einem angeeigneten Repertoire musikalischer Formeln (melodischer Gestalten) oder Fragmente, auch licks genannt.
- durch die Kombination von licks, auch mit paraphrasierenden Elementen, entsteht der Eindruck eines organischen Ganzen (Formelverfestigung in Klischees ist zu vermeiden)
- Prototyp: Charlie Parker; Free Jazz

motivische (thematische) Improvisation
- Hervorhebung eines musikalischen Fragments (z. B. Motiv) und der anschließenden Variierung. Hierbei zeigen sich elementare Formprinzipien wie beispielsweise Sequenzierung, Diminution, Augmentation, Inversion (Krebs), Umkehrung, Abspaltung, Ableitung oder metrische Verschiebung.
- Benny Carter, Count Basie, John Coltrane, Sonny Rollins; Modaler Jazz, Free Jazz (als Ausgleich der Abwesenheit funktionsharmonischer Dynamik)

Die genannten Improvisationstypen treten fast immer als Mischformen in Erscheinung, in wechselnden Mischungsverhältnissen auch Improvisation und Komposition bzw. festgelegte Interpretation.

Die Hauptregel des Improvisierens (beim gemeinsamen Musizieren) ist das Aufeinander-Hören.

Literaturempfehlung: Handbuch der Musik im 20. Jahrhundert, Band 9: Jazz.

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