Kulturelle Globalisierung in der Musik

 

Der Austausch von musikalischen Traditionen, Idiomen, Spielweisen, musikalischem Material, Empfinden, Ausdruck sowie Instrumenten über die Grenzen von Ethnien, Kulturen und Nationalstaaten hinweg beschreibt den Prozess kultureller Globalisierung in der Musik.

Kulturen in Reinform kommen in der modernen, globalisierten Welt nicht mehr vor, vielmehr sind sie hybrid, heterogen, multikulturell bzw. transkulturell, sich gegenseitig durchdringend.

Im Aufeinandertreffen von Menschen und Musikern aus verschiedenen Kulturen durch Migration und Reisen sowie durch das Aufkommen moderner technischer Medien zur Reproduzierbarkeit von Musik (Schallplatte, Radio, Television, CD, DVD, Internetplattformen, etc.) wird musikalischer Austausch entgrenzt und beschleunigt sich die Entstehung von musikalischen Mischformen, Crossover-Produktionen, Fusionen (Fusion Music), Weltmusik (World Music) und neuen Musikstilen.

Globalisierung geht einher mit Lokalisierung und Regionalisierung, wofür der Begriff Glokalisierung erfunden wurde; globale Einflüsse werden lokal integriert und das vorhandene Eigene hervorgehoben oder wiederentdeckt.

 

Als Vorteile kultureller Globalisierung werden mitunter genannt:

  • Bewusstsein gegenseitiger Abhängigkeit, Interdependenz
  • Gleichberechtigung, beiderseitige Autonomie; gegeseitige Anregung oder Inspiration
  • gegenseitige Anerkennung, wechselseitige kulturelle Aneignung
  • Glokalisierung, Bewahrung und Stärkung lokaler Nischen, in der Begegnung mit dem Anderen wird das Eigene wiederentdeckt und erfährt neuen Wert
  • One World, Aufhebung von Dichotomien (Eigenes - Fremdes), Verschmelzung, Mischmusiken verschiedenster Provenienz/Herkunft, Pluralismus, kulturelle Vielfalt

 

Als Nachteile gelten:

  • Verlust indigener Lebensformen und Denkweisen
  • Vereinheitlichung, Verkennung von Individualität
  • Exotismus; Konsum exotischer Klischees
  • ungleiche Machtverhältnisse im Produktionsprozess und beim Vertrieb, auch urheberrechtliche Ungerechtigkeit
  • Kulturkolonialismus, Kulturimperialismus, Dominanz westlicher Werte, Stile und Labels; McDonaldisierung
  • Identitätsunsicherheit (mit Gewalt als Folge - Kampf der Kulturen, Heilige Kriege, Nationalismus, Rassismus, ...)

 

Begriffe wie Glokalisierung und damit einhergehende positive Konnotationen sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass der verdrängende Einfluss der westlichen (kapitalistischen) Kultur unaufhaltsam zu sein scheint.

Es stehen sich mitunter politische, demokratieorientierte und ökonomische, wirtschaftlich orientierte Perspektiven gegenüber.

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