WLAN - Schule - Hamburg

Hamburg setzt bei der Digitalisierung der Stadt und im Rahmen der Digitalisierung in Bildung und Schule auf WLAN.

2018 sind bereits über 1750 WLAN-Access-Points an Hamburger Schulen verbaut, Ziel ist es, WLAN in jedem Unterrichtsraum zu ermöglichen, so dass Schülerinnen und Schüler mit ihren eigenen Smartphones oder Tablets im Unterricht mit Lernprogrammen aus dem Internet arbeiten können. Hierfür wurde vorsorglich das Hamburgische Schulgesetz geändert, so dass Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Vorgaben der Bildungspläne verpflichtet werden können, Lernportale und pädagogische Netzwerke zu nutzen, soweit die Nutzung aus pädagogischen Gründen erforderlich ist.

In § 98b Abs.3 verpflichtet sich die Behörde, in Erfüllung ihrer Aufsichtspflicht zur Gewährleistung des Kinder- und Jugendschutzes. Was konkret mit Kinderschutz gemeint ist und inwiefern ein solcher umgesetzt werden soll, ist nicht näher ausgeführt.

Im Beschluss zur „Gesundheitsproblematik in Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern“ hat das Europaparlament am 2. April 2009 Kinderschutz beschlossen und fordert von den Mitgliedsstaaten das Freihalten von Sendeanlagen an sensiblen Orten wie Krankenhäusern, Seniorenwohnanlagen, Kindergärten und Schulen. Das Aufstellen von WLAN-Access-Points in möglichst vielen Klassenräumen verträgt sich nicht mit den genannten Forderungen. Die Gesundheit insbesondere von Kindern ist dadurch einem erhöhten Risiko ausgesetzt, denn eine Gesunheitsfgefährdung kann nicht ausgeschlossen werden. Dementsprechend deklariert die Weltgesundheitsorganisation WLAN-Strahlung als potentiell krebserregend.

Laut einer Veröffentlichung der Behörde für Schule und Berufsbildung vom 1. März 2017 sollen Schulen in Hamburg in der Regel mit 10 WLAN-Access-Points ausgestattet werden. Im September 2018 wurde bekräftigt, dass der WLAN-Ausbau jedem Unterrichtsraum gilt. Es gibt in Hamburg inzwischen Schulen, die eigenverantwortet 30 und mehr entsprechende Strahlungsquellen installiert haben. Bei etwaigem Dauerbetrieb der WLAN-Access-Points droht eine unvernünftig hohe Strahlungsexposition der Schulgemeinschaften, inbesondere der Kinder. Die Notwendigkeit der Anwendung des Gesundheitsvorsorgeprinzips und zur Ausgabe entsprechender Hinweise an die Schulen zu bedarfsgerechter Nutzung im Sinne des Strahlungsminimierungsgebots ist bisher nicht erkannt oder verdrängt worden. Dies irritiert angesichts der Deutlichkeit aktueller Vorsorgeempfehlungen, die aufgrund institutioneller und unabhängiger Forschungsergebnisse ausgesprochen werden, welche in der elektromagnetischen Strahlung auch unterhalb der derzeit in Deutschland festgesetzten Grenzwerte Gesundheitsrisiken erkennen und dokumentieren. Bundesministerien (für Strahlenschutz; für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit; der Justiz und für Verbraucherschutz; Umweltbundesamt) weisen auf den Grundsatz des Vorsorgeprinzips und Vorbeugens hin, auf dem europäische Umweltpolitik beruht (Vertrag über die Arbeitsweise der EU). Der Europarat fordert, dass Lehrkräfte, Eltern und Kinder von behördlicher Seite über Gesundheitsrisiken aufgeklärt werden, sowie eine strikte Regulierung (Resolution 1815).

Verharmlosend und obskurantistisch anmutend wird oft erklärt, dass doch offizielle Grenzwerte eingehalten würden. Allerdings wird von Gremien wie dem Europarat und der europäischen Umweltagentur eine drastische Senkung dieser Grenzwerte gefordert, auch der BUND sowie Ärztearbeitskreise rufen begründet dazu auf. Vor dem Hintergrund, dass in Deutschland zu gesundheitlichen Risiken durch elektromagnetische Strahlung aktuell geforscht wird und kein abschließendes Urteil möglich ist, insbesondere über die Wirkung auf Kinder, wäre es richtig, das Minimierungsgebot - ein Grundprinzip im Strahlenschutz - und das Vorsorgeprinzip zum Schutz der Gesundheit umfassend anzuwenden. Dadurch kann verhindert werden, dass beispielsweise Schulleitungen einen Dauerbetrieb aller schulischen WLAN-Access-Points in allen Klassenräumen fordern oder anweisen, selbt wenn kein Internetzugang über WLAN benötigt wird und die Geräte wieder ausgeschaltet werden können. Hier sollte eine klare Anweisung zur Gesundheitsvorsorge und Strahlungsminimierung erfolgen, die gebotene Fürsorge garantiert.

Kinderschutz und der Gesundheitsschutz der Beschäftigten steht in der Schule an oberster Stelle. Ein unter allen verfügbaren Aspekten vernünftiger und einvernehmlicher Umgang mit neuer Technik nützt allen Beteiligten, indem Unsicherheiten abgabaut, Stress reduziert und dem Recht auf eine gesunde Umwelt zu entsprechen versucht wird.

Es liegt auch in der Verantwortung der Lehrerinnen und Lehrer sowie der Eltern, sich aufgrund der zunehmenden Strahlungsbelastung für einen vorsorglichen Umgang mit WLAN insbesondere in der Schule einzusetzen, denn die Verantwortung gegenüber der eigenen und der Kinder Gesundheit kann ihnen nicht abgenommen werden.

 

Hier eine Auswahl an Links zu Informationen zum Thema:

BUND

Gesundheitsgefährdung durch WLAN-Strahlung an Hamburger Schulen

 

Bundesamt für Strahlenschutz

Infoblatt Bluetooth und WLAN

Zitat, S. 2:

Vermeiden Sie die Aufstellung von zentralen WLAN-Zugangspunkten in unmittelbarer Nähe der Orte, an denen sich Personen ständig aufhalten, zum Beispiel am Arbeitsplatz.

 

Diagnose Funk

(www.diagnose-funk.org)

WLAN an Schulen

Brennpunkt - Publikationen

Risiken für Kinder durch Strahenbelastung

 

Ärztearbeitskreis Stuttgart - offene Briefe

WLAN und digitale Endgeräte an Schulen (2014)

WLAN an Schulen (2018) - inklusive Übersicht zur Studienlage

 

Ecolog-Institut für sozial-ökologische Forschung und Bildung (arbeitet auch im Auftrag des BfS)

(https://www.ecolog-institut.de)

EMF-Handbuch

Zitat, S. 97:

- In Schulen sollte aus Vorsorgegründen auf WLAN vollständig verzichtet werden. Wenn in einem Klassenraum mehrere Computer per WLAN und Access Point vernetzt werden, sind Expositionen der Schüler möglich, die mit Blick auf die besondere Empfindlichkeit des kindlichen Organismus vermieden werden sollten.

- Geräte abschalten: Geräte, wie WLAN-Access Points, die auch im Ruhezustand senden, sollten abgeschaltet werden, wenn sie nicht benötigt werden.

 

WLAN-Broschüre

Zitat, S. 28:

- Installieren Sie den Access Point (und den Repeater) in möglichst großem Abstand zu den Plätzen, an denen Personen sich häufiger oder für längere Zeit aufhalten – am besten in einem kaum genutzten Raum!

- Stellen Sie das Endgerät möglichst weit entfernt vom Sitzplatz auf!

- Schalten Sie an den Endgeräten die WLAN-Funktion aus, wenn das WLAN nicht genutzt wird!